Aktuelles
12.05.2017
Stolpersteine in Moers 2017

Verlegungen Freitag, 9.6.2017, beginnend 9.00 Uhr, Rheinberger Str. 33 und am Donnerstag, 6.7.2017, 11.00 Uhr, Lauffstr. 9, Repelen-Rheim


Rheinberger Str. 33

Hopfenstr. 28

Augustastr. 8

Bonifatiusstr. 47

Römerstr. 438

Lindenstr. 106

Lauffstr. 9

QR-Code Wikipedia Stolpersteine Moers

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wird in Moers von verschiedenen Personen, Initiativen, Schulen und Organisationen getragen.
Es soll zum Einen die Erinnerung an die Entrechteten und Ermordeten wach halten; zum Anderen geschieht es, um Verstand und Sinne für die Gestaltung einer Gegenwart und Zukunft zu schärfen, in der alle Formen von Diskriminierung mit Entschiedenheit bekämpft werden. Durch die Verlegung von Stolpersteinen hat das Gedenken in Moers mit der Zustimmung des Rates der Stadt eine weitere Ausdrucksform gefunden.


Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Moers und der Verein Erinnern für die Zukunft haben das Projekt vorbereitet.
Gunter Demnig wird am 9.6.2017 insgesamt neun Steine verlegen, beginnend um 9.00 Uhr an der Rheinberger Straße 33 .
Ein weiterer Stein wird am Donnerstag, 6.7.2017, in der Lauffstr. 9 in Repelen-Rheim vom Verein Erinnern für die Zukunft für Friedrich Jirsak verlegt.
Schülerinnen und Schüler verschiedener Moerser Schulen, Kirchengemeinden und andere gesellschaftliche Gruppen werden die Verlegung mit ihren Beiträgen begleiten.

Verlegeorte:

Rheinberger Str. 33 wohnten
Sabine Cahn, geb. Katz, Jg. 1865, deportiert 1941, ermordet in Riga;
Alma Cahn, Jg. 1891, deportiert 1941, ermordet in Riga;
Betty Cahn, Jg.1888, deportiert 1941, ermordet in Riga;
Dr. Ida Cahn, Jg. 1895, deportiert 1941, Riga, 1944 Stutthof, ermordet 1.10.1944.

Hopfenstr. 28 wohnte
Otto Preul, Jg.1878,
im Widerstand verhaftet September 1944,
Polizeiwache Uerdinger Str. 4,
tot 15.9.1944,
Umstände nie geklärt.

Augustastr. 8 wohnte
Katharina Wöllenweber, Jg. 1904, eingewiesen 12.11.1936 Heilanstalt Bedburg-Hau, „verlegt“ 17.4.1941 Bernburg, ermordet 17.4.1941, „Aktion T4“.

In der Nähe der Bonifatiusstr. 47, ehemalige Moerser Str. 75, wohnte
Heinrich Laakmann, Jg. 1878,
Zeuge Jehovas, verhaftet 28.6.1937,
Gefängnis Wuppertal, 1939 Sachsenhausen, ermordet 30.3.1940.

Römerstr. 438 wohnte
Jakob Wolff, Jg. 1905, im Widerstand/KPD,
„Schutzhaft“ 1933,
verhaftet 24.5.1935, Zuchthaus Butzbach, Strafbataillon 999,
tot 6.2.1945 bei Magdeburg.

Lindenstraße 106 wohnte
Erich Pausewang, Jg. 1904,
eingewiesen 27.6.1935
Heilanstalt Bedburg-Hau,
„verlegt“ 2.4.1940, Brandenburg,
ermordet 2.4.1940,
„Aktion T4“.

Lauffstr. 9 wohnte
Friedrich Jirsak, Jg. 1885,
im Widerstand/KPD, verhaftet 26.5.1935, Zuchthaus Dreibergen-Bützow,
tot an Haftfolgen 4.1.1940.

Die  „Aktion T4“, gehörte zum umfangreichen nationalsozialistischen „Euthanasie“- Programm. „Euthanasie“ bedeutet ursprünglich „guter Tod“.
Im Nationalsozialismus sollte mit diesem Begriff die Tatsache verdeckt werden, dass Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen systematisch ermordet wurden.
Die „Aktion T4“ fand zwischen 1940 und 1941 statt und ist nach der damals zuständigen Behörde in Berlin, Tiergartenstr.4, benannt.
Im Rahmen von „T4“ wurden Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten, wie z.B. Bedburg-Hau, in zentrale Anstalten „verlegt“, wo sie am selben Tag ermordet wurden.
Die Morde wurden auch nach 1941 mit anderen Organisationsformen fortgesetzt.

 

 Download Flyer zur Verlegung der Stolpersteine 2017 (1.9 MB)

Fotos: Hans-Helmit Eickschen, Lutz Hartmann, Bernhard Schmidt